Was tun gegen die Walnussfruchtfliege?

Alles was du über die Walnussfliege wissen solltest. Und was man gegen sie tun kann

Walnussfruchtfliege – klein aber verheerend 

Die Walnussfruchtfliege ist auch unter zwei fachlichen Namen bekannt: Als Rhagoletis completa und dem Synonym Rhagoletis suavis ssp. completa. Da sie zu der Familie der Bohrfliegen gehört ist sie auch nah mit der Kirschfruchtfliege verwandt.

Die Wahlnussfruchtfliege gehört zu den Neozoen was bedeutet das sie sich ohne bewusstes Zutun des Menschen nahezu weltweit ausgebreitet hat und hier im Walnussanbau für große Schäden sorgen kann. Den Ursprung hat die Walnussfruchtfliege in den USA.

Anfang der 1990er wurde sie erstmals in Mitteleuropa genauer in der Schweiz nachgewiesen. Seitdem wurde sie nahezu in jeden mitteleuropäischen Land nachgewiesen. Durch den Klimawandel stellen nun auch die Alpen kein Hindernis mehr für die Fliege da. So wurde sie bereits in weiten Teilen Deutschlands und Österreich nachgewiesen.

Wie sieht die Walnussfruchtfliege aus?

Mit einer Größe von etwa 6mm ist die Walnussfruchfliege etwas größer als die Kirschfruchtfliege. Dadurch ist sie in etwa gleich groß wie die Stubenfliege aber durch ihre charakteristischen Flüge welche sichtbar mit 3 Querbalken versehen sind leicht zu unterscheiden.

Von der Larve bis zur Fliege, der Lebenszyklus der Walnussfruchtfliege

Im Zeitraum von Juni bis August schlüpfen die Puppen und bereits Ende Juli können sie dann je Weibchen 12 – 15 Eier unter die Haut der grünen Fruchtschale der Walnuss legen. Bei diesem Vorgang kann eine einzige Fliege bis zu 25 Nüssen befallen und dort ihre Eier ablegen. Nach nichtmal einer Woche schlüpfen dann auch schon die Larven welche im Aussehen weißlich bis leicht gelblich sind.

Und damit beginnt das Problem: Die Larven fressen sich durch die grüne Fruchtschale bis zur Kernschale durch. Der Kern allgemein als die Walnuss bekannt wird weitestgehend verschont. Sind die Maden ausgewachsen fallen sie zu Boden und verpuppen sich in etwa 3 bis 6 cm Tiefe, bis im kommenden Jahr der Zyklus von neuem beginnt. Zu beachten gilt das die verpuppte Larve auch mehrere Jahre in diesem Stadium überdauern kann!

So erkennst du den Befall

Anfangs erinnert der Befall stark den Befall durch die Marssonina-Krankheit und den Bakterienbrand. Bei dem Befall durch die Walnussfruchtfliege ist im Gegensatz aber „nur“ die äußere Schale der Walnuss betroffen nicht aber die Kernschale. Die Grüne schalte ist dann mit Ende August fast vollständig von der Made abgefressen, wodurch sich die holzige Schale des Kerns schwarz färbt was aber nur eine optische Beeinträchtigung darstellt. Diese optische Beeinträchtigung ist jedoch nicht der einzige Nachteil, ohne den Schutz der grünen Schale kann es zu einer mangelnden Entwicklung des Kerns kommen was sich durch den mangelnden Ölgehalt des Kerns zeigt.

Im Gegensatz zum Befall mit der Marssonina und dem Bakterienbrand werden durch die Walnussfruchtfliege Baum und Blätter nicht geschädigt. Blattsymptome entfallen also, schwarze Stellen werden sich nur auf den grünen Nussschalen – und später der holzigen Schale – finden. Dass nur Früchte betroffen sind, ist ein wesentliches Merkmal dieses Schädlingsbefalls.

Was kann ich den Schaden nun eingrenzen?

Maßnahmen zur Eindämmung des Befalls:

Befallene Früchte entsorgen

Da die Larven in der Schale leben können die nach dem Erkennen des Befalls umgehend vernichtet am besten Verbrannt werden.

Einsatz von Gelbtafeln

diese sind ein bewährtes Mittel geben Schädlinge auch gegen die Walnussfruchtfliege. Jedoch müssen sie frühzeitig an den Bäumen angebracht werden. Leider können an den klebrigen Oberseiten der Gelbtafeln auch andere Insekten wie Nützlinge kleben bleiben und verenden.

Abdecken des Bodens mit Folie

Befallene Nüssen fallen zu Boden und landen auf der Folio. Die wasserdurchlässige Folie verhindert das die Maden in die obere Erdschicht vordringen und sich verpuppen können. Auch wird Vögeln so ein aufpicken der Maden erleichtert.

Hühner- und Laufentenhaltung

Sind natürliche Schädlingsbekämpfer und werden bereits in England erfolgreich zur Bekämpfung der Walnussfruchtfliege eingesetzt. Da sich diese Tiere gerne unter schützenden Bäumen aufhalten picken sie auch dort die Maden und Puppen aus dem Boden. Aber hier sollte auch daran erinnert werden das weder Hühner noch Laufenten einen Unterschieden zwischen Nützlingen und Schädlingen machen.

 

Sind befallene Nüsse noch essbar?

Solange allein die grüne Fruchtschale der Walnussfruchtfliege zum Opfer fiel und die innere Schale unverfärbt und intakt ist, lohnt sich der Versuch, die Nüsse dennoch zu essen. Ist jedoch die braune holzige Schale mit schwarzen Flecken versehen, dann heißt es: Weg mit der Nuss. Dies allein schon deshalb, weil bei der Erkrankung mit dem Marssonina-Pilz oder dem Walnuss-Bakterienbrand die Nüsse wirklich ungenießbar sind. Diese Enttäuschung kann man sich getrost ersparen.

Ist nur die grüne Schale betroffen und die innere Schale unverfärbt und intakt kann sie sich Versuch lohnen die Nuss trotzdem zu essen. Sollte sie jedoch schwarze Flecken aufweisen ist eine Erkrankung durch Bakterienbrand oder Marssonina möglich was die Nuss ungenießbar macht.

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